Basler Münsterpfarrer 1992-2010

Auf dieser Seite dokumentiere ich meine Tätigkeit als Basler Münsterpfarrer in den Jahren 1992 bis 2010.
Sie war bestimmt von dem Willen, die grossen Möglichkeiten des klassischen evangelischen Pfarramtes zu verbinden mit Formen der neuzeitlichen Kommunikation. Deshalb wollte ich mich einfügen in die gemeindlichen Erwartungen, die kollegiale Zusammenarbeit und die amtskirchlichen Vorgaben, dabei aber auch die Freiheit bewahren, die das Ordinationsgelübde und mit ihm die Bindung an die Heiligen Schriften jedem Pfarrer verspricht. Auch die theologisch-wissenschaftliche Arbeit wollte ich weiterführen, um die praktischen Tätigkeiten begrifflich zu durchdringen und damit eine befreiende Distanz zu den Forderungen des Tages zu gewinnen. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit konnte ich im Jahr 2009 publizieren in der Studie „Das Pfarramt. Ein gefährdeter Pfeiler der europäischen Kultur, ISBN 978-3-643-80026-8.

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Einladung der Buchvernissage.

Sowohl die pfarramtliche Arbeit, das Bemühen um neue Kommunikationsformen und die wissenschaftlichen Studien erwuchsen aus dem Vertrauen in die Klarheit der Heiligen Schrift, wie ich sie als das Grundprinzip der Theologie Martin Luthers neu herausgearbeitet hatte. Diese meine Dissertation war 1990 bei Vandenhoeck und Ruprecht in zwei Bänden publiziert worden.

http://digi20.digitale-sammlungen.de/de/fs2/search-index-person_str/query.html?letter=R&mode=person_str&sort=sortPerson%20asc&person_str=%7BRothen,%20Bernhard%7D

So gesehen waren die achtzehn Jahre meiner Tätigkeit als Basler Münsterpfarrer der Versuch, durch das eigene Schaffen zu erproben, ob die mit dem reformatorischen Schriftprinzip gegebene Verheissung auch heute tragfähig ist. Der sichtbare Erfolg, insbesondere die grosse Anzahl von Jungen und Alten, die im Münster ihre geistige Heimat gefanden hatten, zeigt, dass es auch in unseren Tagen gute Früchte bringt, wenn die pfarramtliche Tätigkeit im Vertrauen auf die Klarheit der Schrift strukturiert und inhaltlich gefüllt wird.

Der Rückblick auf dieser Homepage möchte also dazu dienen, anhand der einzelnen Tätigkeitsfelder anschaulich zu machen, wo und wie die Klarheit der Schrift ein fruchtbares Wirken möglich gemacht hat und auf welche Grenzen es gestossen ist. Damit möchte diese Internetseite einen Beitrag dazu leisten, dass die evangelische Theologie neu zu fassen vermag, was ihr mit dem reformatorischen Schriftprinzip gegeben ist, inwiefern sich dieses auch unter den Voraussetzungen der „Neuzeit“ bewährt, und wie es auch unter den modernen und postmodernen Bedingungen wieder verunklärt wird.

Paul Bernhard Rothen
pbrothenATstiftungbruderklaus.ch